Gedanken zur Bergpredigt: Wo werden böse Taten geboren?

Manchmal frage ich noch, warum die Menschen so dumm und uneinsichtig sind. Und schaue ich in die Bibel, dann sehe ich, dass es immer schon so war. “Es gibt nichts Neues unter der Sonne.” Aber was für eine Art Dummheit ist das? Es ist am ehesten die Unvernunft, die Jesus auf eine Stufe mit Unmoral, Diebstahl, Ehebruch, Habgier und Mord stellte (Mar. 7:22). Es ist also keine Schwäche des Verstandes, sondern Ausdruck eines bösen Herzens oder Denkens.

Die bösen Dinge kommen also aus dem Denken, hier beginnt jede böse Tat. Das macht Jesus in seiner Bergpredigt deutlich, wenn er darauf hinweist, dass böse Taten immer im Denken beginnen: Die Verachtung eines Bruders, der Ehebruch, der Hass und der Mord beginnen schon lange vor der Tat in den Gedanken. Und doch sollten seine Jünger das “Licht der Welt” sein. Das bedeutet ganz schlicht dies:

“So soll euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen”. (Mat. 5:16)

Um dieses Licht sein zu können, brauchen sie “ein klares Auge”. Der Textzusammenhang macht deutlich, dass seine Jünger in ihrem Bewusstsein licht und lauter sein müssen, damit das Licht in die Umgebung strahlen kann. Die Gedanken und das Gewissen müssen rein sein. Hier sollen sich seine Jünger deutlich von ihrer Umgebung unterscheiden. Schlechte Gedanken sollen nicht zugelassen oder beherrscht werden. Das ist ein sehr hoher Maßstab! Und er unterscheidet sich sternenweit vom Denken der Welt.

Ein gläubiger Mensch erkennt seine Verantwortung auch für seine Gedanken, weil er weiß, wo das Unrecht zuerst beginnt. Er macht sich also den Rat Gottes zunutze und beachtet dies:

“Der Geist des Menschen ist ein Licht Jehowahs, er durchforscht des Menschen Innerstes.” (Spr. 20:27)

Mit diesem göttlichen Licht kann der Mensch sich selbst erkennen und beurteilen, und dann wird er bestätigen können, was in Sprüche 27:19 steht:

“Im Spiegel des Wassers erkennst du dein Gesicht, im Spiegel deiner Gedanken dich selbst.”

Diese Selbsterkenntnis kann oft recht bitter sein und uns zeigen, wie armselig wir mitunter leben und denken. Es ist dann so, wie es Paulus in Hebr. 4:12 ausdrückte, dass Gottes Wort schärfer ist als ein Schwert und unsere Gedanken und Absichten beurteilt. Und was finde ich bei mir im Verlauf weniger Wochen? Ich entdecke anhand meiner Gedanken, dass ich rachsüchtig sein kann, dass ich mich zu wichtig nehme, dass ich unbarmherzig und verständnislos mit anderen Menschen umgehen kann, dass meine christliche Persönlichkeit manchmal nur ein Firnis ist, der ganz leicht abspringen kann. Ich entdecke, dass meine edlen Absichten, die ich in guten Stunden habe, mir nichts nützen, wenn die menschliche Unnatur hervorkommt.!

Dann frage ich mich, was mich nun von anderen Menschen unterscheidet, die sich einfach gehen lassen und ihren Gedanken folgen? Glücklicherweise werde ich zurückgehalten! Meine Gedanken mögen nicht gut sein, aber die Ausführung wird oft durch den Geist Gottes verhindert, der mich an das Gute und richtige Verhalten erinnert. Ich bin also zu Vielem fähig, aber nicht zu Allem bereit. Gottes Geist, seine Kraft zum Wirken des Guten ist immer für mich da. Der Geist warnt mich, er wacht durch Jesus Christus über mich. Mit der Hilfe Gottes habe ich ein gutes Gegengewicht für “die Sünde, die in mir wohnt”. (Rö. 7:17, 18; 8:5, 6)

Und das wird schließlich auch wahrgenommen und kann zu Problemen führen: “Wie glücklich sind die, die man verfolgt, weil sie Gottes Willen tun. Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert”. Und Jesus führt dann weiter aus, dass sich seine Jünger über die Tatsache freuen sollen, dass man sie dafür beschimpft, verleumdet und verfolgt, weil man zu Jesus gehört.

Ich bin nicht besonders tapfer. Habe ich, wenn es darauf ankommt, die innere Stärke, Jesu Worte zu befolgen? Wie werde ich mich verhalten, wenn ich unter Druck gerate? Werde ich der Angst standhalten? Oder werde ich feige zurückweichen und mich erpressen lassen? Da muss ich mir sagen, dass es mein ausdrücklicher Wille ist, so zu tun. Und ich weiß auch, dass ich die Kraft dazu von Jesus Christus bekommen werde! Ich weiß es deshalb, weil es in meinem Leben schon öfter Situationen gab, in denen sich das bewahrheitet hat! Ich bin einfach nicht allein gelassen worden!

Veröffentlicht von Tilo

Ein alter Mann, der lange Zeit ein Zeuge Jehovas war und dieser Kirche aus Gewissensgründen den Rücken kehrte. Heute stehe ich allen Kirchen misstrauisch gegenüber, denn glauben kann man nur allein. (amenuensor@aol.com)

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