Wachsen und Werden

“Jetzt erkenne ich nur Teile des Ganzen,

dann werde ich alles erkennen,

wie auch ich völlig erkannt worden bin.”

(1. Kor. 13:12)

“Wie glücklich ist der, den du erziehst, Jehowah,

den du belehrst aus deinem Gesetz.”

(Ps. 94:12)

Ich träume vom ganzen Menschen, der ohne Diskrepanzen, ohne innere Widersprüche leben kann. Ich möchte ein Mensch sein, der seiner von Gott gewollten inneren Bestimmung ganz entspricht, und der mit allem, was lebt im Einklang ist. Es ist mein tiefer Wunsch nach Harmonie, nach Liebe und Frieden, nach Gottes Nähe. Es ist mein Verlangen nach Einheit von Denken, Fühlen und Leben. So stelle ich mir den wahren Menschen vor: Er ist das menschliche Ebenbild des allmächtigen Schöpfers, sein Gegenüber auf der Erde, sein geliebtes Kind. Das ist ein Mensch, der nicht immer wieder die Ursache für Unglücklichsein, Tränen und Schmerz ist, ein Mensch, der an seinem vergifteten Sein nicht  zugrunde geht.

Noch lebe ich in gewisser Weise ein Doppelleben; eines nach meiner geerbten “Natur”, ein anderes nach dem Glauben, in brüchiger Eintracht mit Gott. Ich sehe gute und schlechte Seiten an mir; es ist bei mir ebenso, wie bei allen Menschen. Noch bin ich trüb, noch nicht geklärt, wie ein junger Wein. Auf die Vergangenheit blicke ich mit Trauer; es ist die Trauer um den Verlust der Ganzheit, der mit dem Verlust Gottes auf die Menschheit fiel.

Wer bin ich eigentlich? Ich habe bis heute keine genaue Antwort darauf. Ich kenne mich selbst noch zu wenig, aber ich hoffe, dass mein Leben auch in der Zukunft vom Wunsch bestimmt sein wird, nicht böswillig vom Weg Gottes abzuweichen. Ich muss davon ausgehen, dass ich auch in der vor mir liegenden Zeit Veränderungen erleben werde. In welche Richtung werden sie gehen? Werde  ich Einfluss darauf haben? Wer und was lenkt mich?

Ein Weg zu einem bestimmten Ziel

Da ich von der Existenz Gottes tief überzeugt bin, muss ich an einen Lebensweg denken – an einen Weg zu einem Ziel, zu einem Ziel, das mir anfangs gar nicht deutlich war. Was ich in der Jugend darunter verstanden habe, war nur eine Ahnung. Irgendwie sollte es mir Sinn im Leben geben. Als junger Mann ahnte ich schon, dass der Sinn darin bestehen müsse, zuerst Gott zu finden. So machte ich mich auf die Suche – und fand Gott! Später stellte sich heraus, dass der Weg zu Gott auch der Weg zu mir selbst ist.

Wie werde ich am Ende des Weges sein? Der ganze Mensch? Ich erwarte es! Ich hoffe es! Ich fühle mich heute wie ein zerschlagener Spiegel: Viele einzelne Scherben, aber kein ganzes Bild. Das ganze Bild ist mir noch unbekannt, ich sehe mich nur in Teilen. Aber da ich “mit Gott gehe”, erwarte ich eines Tages ein ganzer Mensch zu sein. Ich darf das erwarten, weil Gott es so will: “Siehe! Ich mache alle Dinge neu!”. Darum erwarte ich das Vollständige, das Ganze, das Wahre, den ganzen Menschen, und damit die völlige, unauflösbare Harmonie und Verbindung  mit Gott, meinem Vater. Weil ich ihm vertraue, bin ich mir sicher, dass mein Vater im Himmel mich an mein Ziel bringen wird. Ich denke an Gottes Absicht, als er den Menschen erschuf: Er wollte ein Gegenüber, ein Kind, das viele Eigenschaften mit ihm teilt. Der erste Mensch wurde ja im Bild und im Gleichnis Gottes geschaffen. Und der war am Anfang ein ganzer Mensch!

Das Bild, das Gott schon von uns hat

Im Brief an die Philipper schrieb Paulus:

 “… und ihr seid neue Menschen geworden, die ständig erneuert werden und immer mehr dem Bild entsprechen, das der Schöpfer schon in euch sieht.” (Phil. 3:10)

Wenn ich das richtig verstehe, dann hat Gott ein Ziel mit seinen Kindern: Er will sie durch die ständige Erneuerung zu Menschen formen, deren endgültiges Bild er schon vor Augen hat. Das würde für mich schließlich bedeuten, ein ganzer Mensch zu werden. Gott weiß, wer ich jetzt bin und wer ich später sein werde, wenn ich mich auf eine Erneuerung durch die  Kraft seines Geistes einlasse. So gesehen bin ich ein Kind Gottes, das von ihm erzogen wird (Heb. 12:5-8). Ich habe eingesehen, dass mein Vater im Himmel mich seinem Sohn Jesus Christus übergeben hat, damit er mein Erzieher sei, der mich auf diesem eingeschlagenen Weg begleitet. Das ist das neue Leben, von dem in der Bibel so viel und nachdrücklich berichtet wird. Wer sich auf diesen Weg führen läßt, erteilt der üblichen moralischen  Verkommenheit eine deutliche Absage. Er will kein Teil der Welt sein! Er “verabscheut das Böse” aus tiefster Überzeugung:

“Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.

Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefällt und ob es zum Ziel führt.”              (Rö. 12:1, 2)

Das erst ist für mich Christsein in seiner wahren Bedeutung! Alles andere, was noch unter diesem Begriff versammelt ist, ist Talmi, Theaterschmuck! Es ist im Allgemeinen zu Hause und ist, wenn es hoch kommt, Religion, Ritus einer Gemeinschaft, politische Korrektness, Unverbindlichkeit. Denn auch Mafiosi gehen in die Kirche.  Christsein ist die höchste Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen. Es ist das Ziel und die Vollendung des Menschen.

Es ist ein langer Weg zurück!

Seit der erste Mensch sich von Gott losgesagt hatte, leiden wir unter unserer Sündhaftigkeit. Wir haben Schuld auf uns geladen. Wir sind an Leib und Seele krank und brauchen Heilung; wir benötigen die Versöhnung mit Gott, denn unsere Sünden trennen uns von ihm. Darum hat Gott uns durch Jesus Christus mit sich versöhnt. Wer die Versöhnung angenommen hat, erfährt eine Menschwerdung im höchsten Sinn. Er bekommt ein “neues Herz” und einen “neuen Sinn” (Hes. 36:26-32), er erfährt allmählich eine Wiedergeburt, eine positive Veränderung. Das ist ein langer Prozess, es ist kein rasches “Wunder”, nicht die Sache eines Augenblicks. Die Bibel spricht ausdrücklich von einem Weg, und sie lässt erkennen, dass er erst im Reich Gottes zum Ziel kommt. Begonnen aber wird er schon heute. Und so sehe ich mich als ein Kind, das auf den Vater zuläuft, um schließlich von seinen ausgebreiteten Armen liebevoll empfangen zu werden.

Dieses Projekt der eigentlichen Menschwerdung durchzieht die ganze Bibel, und jeder Leser wird immer wieder damit konfrontiert. Und wer sich diesem Werden unterzieht, wird bald feststellen, dass er nur mit Gott leben kann – oder gar nicht. Wer in dieser engen Gottverbundenheit leben will, erfährt zuerst, dass er es nicht einfach mit einer Morallehre zu tun hat, wie man sie in vielen Büchern findet. Nein, es ist insofern viel mehr, als es für den Werdenden verbindlich wird und er die Kraft und den Einfluss Gottes immer wieder wahrnimmt. Durch die lenkende, formende und heilende Kraft des Geistes Gottes bekommt sein Werden die gewünschte Richtung und die nötige Kraft zum Wachsen.

Wenn Jesus im Gespräch mit Nikodemus sagte: “Ihr müsst wiedergeboren werden”, dann ist es ein Muss, denn Gott will eines Tages nur noch mit Menschen zu tun haben, die sich freiwillig darauf einlassen. In diesem Zusammenhang sehe ich auch Jesu Worte:  “Wenn es um eure Gerechtigkeit nicht viel besser bestellt ist als bei den Gesetzeslehrern und Pharisäern, werdet ihr nie in das Reich kommen, das der Himmel regiert” (Mat. 5:20), oder auch den Satz, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden.

Es ist ein enger Weg

Davon sprach Jesus, als er seinen Aposteln deutlich machte, dass der “Weg eingeengt und das Tor schmal” sei und dass relativ viele diesen Weg gehen würden, es aber nicht schaffen, weil sie keinen Glauben haben, Gott nicht kennen oder die Mühe scheuen. Im Buch “Sprüche” und in “Hiob” wird das Bild des Schatzgräbers verwendet, um zu zeigen, dass die Weisheit Gottes einem nicht in den Schoß fällt wie eine reife Frucht. Der Mensch bekommt sie nicht einfach geschenkt, er muss sie sich erwerben und  erkämpfen. Das soll nicht bedeuten, dass Weisheit nur die Frucht des eigenen Bemühens ist, etwas, was man sich erarbeiten kann. Die biblische Weisheit ist das Ergebnis des eigenen Wollens und der Wirkung des Geistes Gottes auf den Menschen. Ohne Gottes befruchtenden Geist geht es nicht. Auch um diesen Geist muss der Mensch ringen. Wir sehen also, dass ein Zusammenspiel da sein muss zwischen Mensch und Gott. Das ist die unbedingte Abhängigkeit des Menschen von Gott:

“… ja wenn du um Verstand betest und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber, und ihnen nachspürst wie einem wertvollen Schatz, dann wirst du die Ehrfurcht  begreifen, die man vor Jehowah haben muss, und wirst anfangen, Gott zu erkennen.”

“Denn Jehowah gibt Weisheit, von ihm kommt Erkenntnis und auch Verstand. Den Aufrichtigen hält er Hilfe bereit, und für die Redlichen ist er ein Schild. Um die Wege des Rechts zu bewahren, beschützt er die, die ihm treu sind. Dann wirst du verstehen, was Recht und Gerechtigkeit ist, Aufrichtigkeit und ein guter Weg.” (Spr. 2:3-11)

Dieses Zusammenwirken des Mensch mit Gott  ist unbedingt nötig damit der Mensch Einsichten bekommt. Es gibt dafür ein augenfälliges Beispiel im Apostel Petrus. Als er erkannt hatte, dass Jesu der Messias ist, sagte Jesus zu ihm: “Wie glücklich bist du, Simon, Bar-Jona, denn das hat dir mein Vater im Himmel offenbart. Von einem Menschen konntest du das nicht haben.” (Mat. 16:17) Das mag auch als Erklärung dafür dienen, warum die meisten Juden den Messias abgelehnt oder nicht erkannt hatten.

Jesus öffnet die Augen des Herzens

Irgendwie spüre ich, wie Jesus Christus auf mich wirkte und wirkt. Das mag sich überheblich anhören, aber es ist nicht anders zu erklären, was ich in den vergangenen Jahren an mir erlebt habe. Ich kann gewisse Tatsachen nicht ignorieren und muss bekennen, dass Jesus mir die Augen des Herzens geöffnet hat. Mein Leben hat an Tiefe und Weite gewonnen, mein Glaube ist stärker geworden und meine Hoffnung fester. Wie war das möglich? Ist es geschehen, weil ich so beherrscht und stark war, notwendige Änderungen vorzunehmen? Nein, mit mir und meiner Kraft hat das nur am Rande zu tun. Ich möchte das durch einen Gedanken aus dem Römerbrief erhärten.  Im Kapitel 7 erläuterte Paulus die Wirkung des heiligen Geistes im Kampf gegen die Sündhaftigkeit des Menschen und stellte an sich fest, dass er nur durch die Hilfe Jesu und mit der Kraft Gottes ein besserer Mensch werden kann. Paulus konnte nur den Wunsch beitragen, die Kraft zum Guten aber musste er von Jesus Christus erbitten. Nachdem er festgestellt hatte, dass er gegen seinen Willen ein “Sklave der Sünde” war, fragte er, wer ihn aus dieser Knechtschaft befreien kann. Seine Antwort: “Ich elender Mensch! Gibt es denn niemand, der mich aus dieser tödlichen Verstrickung befreit? Doch! Und dafür danke ich Gott durch Jesus Christus, unserem Herrn.” (Röm. 7:24, 25) Und er fährt fort: “Deshalb hat Gott seinen Sohn gegen die Sünde in die Welt geschickt, … und machte der menschlichen Natur [d. h. der Sündhaftigkeit] den Prozess.” (Röm. 8:3)

Ich habe begriffen, welche Bedeutung Jesus Christus für mich hat. Während seines letzten Passahs sprach er auch über die Notwendigkeit, als Christ mit ihm verbunden zu bleiben. Im Gleichnis vom Weinstock (Joh. 15:1-8)  sagte er:

“Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt und ich dann auch mit ihm, trägt viel Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts ausrichten.”

Und ich denke daran, was Paulus unter der Inspiration durch Jesus dazu geschrieben hat. Im Brief an die Korinther erwähnte er die Tatsache, dass die meisten Israeliten das Gesetz Moses in seinem wesentlichen Kern nicht verstanden haben. Sie nahmen zwar die Worte wahr, aber der tiefe Sinn und der Geist des Gesetzes blieb ihnen verschlossen. Das lag nicht daran, dass es ihnen an Verstand gefehlt hätte, sondern daran, dass sie eigentlich keine messianische Erwartung hatten und sich, als Jesus gekommen war, nicht an ihn wandten, um zu verstehen, was er sagte. Sie erbaten von Jesus nicht die Hilfe durch den heiligen Geist. Paulus sprach von einem Schleier, der auf ihren Herzen lag. Und dann sagte er:

“Ja, bis heute liegt diese Decke auf ihrem Herzen, wenn aus den Schriften Moses vorgelesen wird. Sie wird erst weggenommen, wenn sich das Volk zum Herren [Jesus] wendet.” (2. Kor. 3:15, 16)

Jesus der Erzieher

Ich bin Gott dankbar dafür, dass er die Augen meines Herzens durch Jesus geöffnet hat. Er hat den Schleier entfernt. Die wesentlichen Veränderungen, die ich während meines Lebens an mir erlebt habe, wurden durch Einsichten ganz eigener und höherer Art verursacht. Ich meine mit Einsicht nicht das reine Wissen oder angelesene “Erkenntnis”, sondern das tiefe Verständnis, das dazu führt, dass man sich für das Wissen verantwortlich fühlt, es gerne anwendet und weiß, dass dies der einzige Weg zu einem guten Verhältnis mit Gott ist. Das ändert nichts am Wort Jesu aus Johannes 14:6, wo er betonte, dass er “der Weg, die Wahrheit und das Leben” sei. Gerade dieses Wort bestätigt seine wichtige Rolle beim wahren Werden des Menschen.

Jesus wird als der Vollender oder Vervollständiger unseres Glaubens bezeichnet (Heb. 12:2). Der Weg, auf dem dies möglich ist, ist die Erneuerung des Denkens. Denn nur wenn unser Denken besser wird, werden wir bessere Menschen.

Mein Spiegel

Eine wesentliche Hilfe auf diesem Weg war die Selbsterkenntnis. Und ich habe gelernt, die Bibel, das Wort Gottes, als meinen Spiegel zu sehen, in dem ich  mich erkennen kann. Im Buch der Sprüche steht schon dies:

“Im Spiegel des Wassers erkennst du dein Gesicht, im Spiegel deiner Gedanken dich selbst”. (Spr. 27:19) “Der Geist des Menschen ist ein Licht Jehowahs, er durchforscht des Menschen Innerstes. (Spr. 20:27)

Und im Brief an die Hebräer (4:12) lese ich:

“Denn das Wort Gottes ist lebendig und machtvoll. Es ist schärfer als das schärfste zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist … und ist imstande, die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.”

Als ich anfing, die Bibel als Spiegel  meines Herzens zu gebrauchen, sah ich rasch, wie sehr ich Gottes Barmherzigkeit brauchte. Teilweise war ich erschüttert, als ich den Widerspruch zwischen  meiner Wirklichkeit, meiner Einbildung und dem Bild sah, das Wort Gottes vom neuen Menschen zeichnet. Die deutlichen Worte, mit denen der allgemeine Mensch beschrieben wird, beeindruckten mich, weil ich feststellte, wozu auch ich fähig war. Da stellten sich Ekel und Scham ein, da wurde mein Gewissen aufgerührt. Was sollte ich bei dieser Enthüllung tun? Man kann sie ignorieren und versuchen, sich damit zu entschuldigen, dass man sagt: “Ich bin eben ein Mensch. Da kann man nichts machen!” Aber das wollte ich nicht. Ich ließ mich auf Gottes Angebot ein:

“Kommt her, wir wollen sehen, wer im Recht ist! … Wenn eure Sünden rot sind wie das Blut, werden sie doch weiß wie Schnee, und wenn sie rot wie Purpur sind, werden sie wie weiße Wolle sein. Wenn ihr willig auf mich hört, dürft ihr die Früchte des Landes genießen.

Doch wenn ihr euch weigert und widerspenstig seid, sollt ihr vom Schwert gefressen werden.” (Jes.1:18-20)

Das sagte Gott durch den Propheten Jesaja zum Volk Israel, das vom Weg der Gerechtigkeit völlig abgeirrt war. Und ich habe gesehen, dass sich an dieser grundsätzlichen Haltung Gottes nichts geändert hat! Auch darum habe ich meinen Frieden mit Gott gemacht, denn der wahre Gottesdienst beginnt mit der Ehrfurcht und dem Respekt vor Gott:

“Der Anfang aller Weisheit ist Ehrfurcht vor Jehowah. Den Heiligen zu erkennen, das ist Verstand.” (Spr. 9:10)  

Ja, damit beginnt das Werden des neuen Menschen. Alle anderen Versuche, den Menschen zu bessern, sind leider fehlgeschlagen. Die Geschichte wimmelt von Ideen und Theorien, von Gesellschaftsmodellen und Anleitungen für ein besseres Leben, aber der wirkliche Erfolg blieb aus. Bis heute sind die Menschen auf der Suche nach dem wahren Leben, denn sie tragen die ferne Erinnerung an das einstige Paradies in sich. Aber alles muss scheitern, weil keine Theorie die Macht hat, den Menschen von innen heraus zu ändern, so zu verändern, dass er glücklich leben kann. Denn diese Versuche ließen Gottes Kraft zum Guten außer Acht und sie ignorierten die wichtige Rolle Jesu. Auf sich allein gestellt ist der Mensch ein Spielball böser Mächte und des Zufalls. Der Mensch braucht Gott, um ein neuer Mensch zu werden und zu sein!

Und ich darf an mir erfahren, dass dieser Weg mit Gott tatsächlich Veränderungen bewirkt. Auch wenn sie klein sind, sind sie doch da! Ich habe die wichtigste  Einsicht gewonnen, die einem Menschen jetzt möglich ist. Und die möchte ich mit einem Wort Gottes beschreiben:

“So spricht Jehowah: ‘Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, der Starke sei nicht stolz auf seine Stärke, und der Reiche gebe nicht mit seinem Geld an. Grund zum Rühmen hat nur, wer mich erkennt und begreift, was ich will; wer einsieht, dass ich Jehowah bin, der auf der Erde Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft! Denn das gefällt mir’, spricht Jehowah.” 

(Jer. 9:22, 23)

In Dankbarkeit verneige ich mich vor dem Schöpfer. Nun wünsche ich nichts sehnlicher, als dass die Gedanken Gottes mein Sein bestimmen. Dann werden Gerechtigkeit, Wahrheit, Frieden und Liebe mich beherrschen.

“Gebe Gott, dass es gelinge,

und dass Weisheit Frieden bringe,

Hoffnung und Gelassenheit!”

Veröffentlicht von Tilo

Ein alter Mann, der lange Zeit ein Zeuge Jehovas war und dieser Kirche aus Gewissensgründen den Rücken kehrte. Heute stehe ich allen Kirchen misstrauisch gegenüber, denn glauben kann man nur allein. (amenuensor@aol.com)

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