Befreiung!

Jesus: „Aber ihr sollt euch aufrichten und euren Kopf heben, wenn das alles beginnt.

Denn eure Rettung kommt bald!“

Ich habe noch nie Zeit wie diese erlebt. Und es gehen einem die passenden Worte aus, wollte man sie beschreiben. Es ist über die Zeit des 20. Jahrhunderts alles gesagt und geschrieben worden. Welche Katastrophe ist nicht geahnt und hereingebrochen? Alles, was sich früher im 19. Jahrhundert am Horizont schemenhaft zeigte, ist brutale Wirklichkeit geworden. Was bleibt da noch zu schildern? Wir sind “am Ziel, wir sind am Ende”! Es sind vielleicht nur noch quantitative Steigerungen des Bösen vorstellbar, aber was hilft das? Es hilft mir wenig, wenn ich in der Bibel lese, dass die Zeiten vor dem Untergang schwierig sein werden. Für mich heißt die Frage: 

Wie kommen ich damit zurecht, ohne den Glauben an Gott zu verlieren?

Denn diese Zeit belastet auch Menschen, die Glauben haben, weil “ihre Seele wegen all der gesetzlosen Taten” täglich gequält wird. So wird es uns aus der Bibel von Lot berichtet, der in Sodom lebte. Er hatte die Hoffnung auf das Reich Gottes, aber er war eben auch nur ein Mensch mit Gefühlen und Gewissen, ein Mensch, der die Verhältnisse mit den Augen des Glaubenden sah – und von allem angewidert war. Aus eigener Erfahrung, die er mit seinem Gott gemacht hatte, war ihm deutlich geworden, dass die Menschen so roh und gesetzlos nicht von Natur aus waren, sondern durch einen bösen Einfluss so geworden sind. Sie hatten sich gegen Gott entschieden. Das war der Grund für ihr Verhalten. 

Soll man sich über die Bösen aufregen?

Und Lot musste unter ihnen leben. Wie hat er das ausgehalten? Ich weiß es nicht genau, aber ich kann sagen, wie ich es aushalten will. Und ich muss sagen, dass es für mich nur einen Weg gibt um nicht an Körper und Seele krank zu werden, um nicht den Verstand zu verlieren: Es ist der gute Einfluss meines Vaters im Himmel und die Hilfe durch Jesus Christus. 

Oder sollte man selbst tätig werden und dem Krieg den Krieg erklären? Von vielen Seiten wird man aufgefordert, gegen alles mögliche zu protestieren. Revolutionen, Demonstrationen und Proteste gegen den Krieg hat es schon zu viele gegeben, zu viele nach meiner Meinung, um noch an den Erfolg glauben zu können. Trotz aller Proteste ertrinkt die Welt im Blut. Nein, wir haben es nicht geschafft, uns eine friedliche Welt aufzubauen! Alle meine Hoffnungen auf die Bemühungen des Menschen sind gestorben. Und ich muss es akzeptieren, dass sich tatsächlich die Prophetie der Bibel erfüllt.

Wie gehe ich also damit um? Ich flüchte mich in das Wort Gottes, das besonders in dieser dunklen Zeit ein Licht für meinen Weg ist. Einen grundsätzlichen Rat finde ich im Psalm 37, aus dem ich auszugsweise zitiere:

“Rege dich nicht über die Bösen auf, beneide die Verbrecher nicht!

Sie verdorren schnell wie das Gras, welken wie das grüne Kraut.

Vertraue auf Jehowah und tue das Gute, wohne im Land, sei ehrlich und treu.

Erfreue dich an Jehowah!

Er gibt dir, was dein Herz begehrt.

Lass Jehowah dich führen! Vertraue ihm, dann handelt er.

Er wird dein Recht aufgehen lassen wie das Licht, 

deine Gerechtigkeit wie die Sonne am Mittag. 

Sei still vor Jehowah und warte auf ihn!

Reg dich nicht über den auf, dem alles gelingt, über den, der seine Pläne ausführt.

Steh ab vom Zorn und lass den Grimm! Reg dich nicht auf! Das führt nur zum Bösen.

Demütige Menschen erben das Land und werden sich am Frieden erfreuen. 

Jehowah kennt das Leben der Seinen, ihr Erbe hat ewig Bestand.

In böser Zeit enttäuscht er sie nicht, in Hungertagen werden sie satt.

Wer Gottes Willen tut, spricht Worte der Weisheit; er sagt, was recht ist vor Jehowah.

Die Weisung seines Gottes trägt er im Herzen , er bleibt fest auf dem richtigen Weg.

Achte auf geradlinige Menschen, sieh dir die Ehrlichen an, denn ein Mann des Friedens hat Zukunft. Doch die, die Gott verachten, werden ausgelöscht.” 

Man muss diese Worte laut und langsam lesen und über sie nachdenken. Dann wird einem klar, wie wichtig sie heute für den inneren Menschen sind. Natürlich lassen uns die herrschenden Verhältnisse nicht kalt, aber wer den Worten Gottes vertrauen kann und darf, der weiß, wer für ihn allein maßgeblich ist und bei wem er Hilfe und Rettung finden kann. Diese Zusicherungen Gottes sind kein leeres Gerede sogenannt frommer Menschen. Sie sind Gottes eigene Worte, die er durch Jesus übermittelt hat. Und sie sprechen unbedingt jeden an, der Gottvertrauen gelernt hat und weiß, wem er sein Herz und sein Vertrauen geschenkt hat. In diese Gedankengänge passen auch noch andere Texte der Bibel:

Schutz unter Gottes mächtiger Hand

“Demütigt euch deshalb unter Gottes mächtige Hand, dann wird er euch auch zur richtigen Zeit erhöhen. Und werft alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft.” (1. Pe. 5:6, 7)

“Macht euch keine Sorgen, sondern bringt eure Anliegen zusammen mit Bitte und Danksagung vor Gott. Und sein Frieden, der alles menschliche Denken weit übersteigt, euer Innerstes und eure Gedanken beschützen, denn ihr seid ja mit Jesus Christus verbunden.” (Phil. 4:6, 7)

In den letzten Monaten habe ich immer deutlicher erfahren, wie wichtig der Frieden Gottes für mich ist. Es ist der Frieden, der alles Denken übersteigt. Wer die täglichen Nachrichten und die entsprechenden Meinungen dazu wahrnimmt, könnte seinen Frieden verlieren, weil er in Angst und Sorgen stürzt. Die Informationen z. B. über den Krieg in der Ukraine sind so widersprüchlich, dass man annehmen muss, dass die Menschen durch sie in den Wahnsinn gehetzt werden sollen. Wem soll man glauben, wem nicht? Zweckpropaganda ist überall zu finden. Jeder belügt jeden. Jeder verfolgt irgendein dunkles Ziel und lügt dafür. 

Wer sich darauf einlässt, kann seinen inneren Frieden verlieren, der ja darauf beruht, dass er mit dem Herzen weiß, dass dieser Frieden ein Geschenk Gottes ist, das die Welt nicht hat. Dieser Frieden Gottes läßt den Menschen des Glaubens in Sicherheit sein, denn er weiß ja, dass er in oder unter Gottes Hand beschützt und geborgen ist. Er weiß, dass er eine Zukunft hat, eine ewige Zukunft im Reich Gottes. Das will unser Vater im Himmel uns deutlich machen. Wenn wir seinem Versprechen vertrauen, dann wird ein Frieden uns beherrschen, der uns einfach gewaltig und wunderbar vorkommt. Wir erleben an uns die Erfüllung seiner Worte! Wir spüren es mit allen Fasern unseres Seins!

Wer sich unter die Hand Gottes erniedrigt, weiß um seine eigene Machtlosigkeit. Er weiß, dass der Gerechte an den Verhältnissen dieser Welt mit allem guten Willen nichts ändern kann, weil die Grundordnung der Welt zerbrochen ist (Ps. 11:3). Denn die Grundordnung unseres Lebens ist die Gottverbundenheit. Ohne sie wird es weder Frieden, noch Gerechtigkeit noch ewiges Leben geben. 

Wie  muss ich mich verhalten?

Der eigenen Machtlosigkeit gegenüber den bösen Gewalten dieser Welt kann ich nur meine Gottverbundenheit entgegensetzen, die sich im ständigen Gebet um die Nähe zu Gott bemüht. Täglich muss ich um die lenkende, positive Kraft des heiligen Geistes bitten, weil ich weiß, dass ich Gott wirklich brauche, um nicht im Chaos zu versinken. Dann kann ich den ganzen Schmutz, der mich umgibt und meinen Glauben ersticken will, ‘draußen’ lassen. Dann kann ich meinen Blick auf die Zukunft der Kinder Gottes richten. Dann kann ich mich freuen!

Aber das wird mir nur möglich sein, wenn ich mich aus allen Streitereien und Meinungskämpfen heraus halte. “Alle Menschen sind Lügner” und “die ganze Welt liegt in der Macht des Bösen”. Wenn ich diese Tatsachen aus der Bibel akzeptiere, dann kann ich für niemanden Partei ergreifen. Ich bin in diesem Meinungskrieg gezwungen, mich an die einzige Wahrheit zu halten, die es für die Jünger Jesu gibt: Das Wort Gottes. Sollte ich mich doch einmischen wollen, dann würde ich meinen Frieden verlieren. Dann verlöre ich auch den Schutz, der meinen Geist und damit meinen Glauben behütet. Und das kann fatale Folgen haben, nämlich den Verlust des Glaubens.

Ich habe eingesehen, dass diese Welt nicht zum Guten veränderbar ist! Sie wird untergehen, wie es die Bibel deutlich sagt. Jede Anstrengung, die auf eine wesentliche Veränderung zum Guten zielt, muss unwirksam verpuffen. Das ist die Summe der Geschichte. Ändern kann man nur sich selbst unter dem Einfluss Gottes. Diesen Einfluss kann sich ein Mensch zunutze machen, aber Ich kann niemand dazu überreden, der göttliche Moral zu folgen. Ich kann nur Wegweiser sein. Denn um der Moral Gottes zu gehorchen, braucht man ein persönliches Verhältnis zu ihm, also Gottverbundenheit. Aber wie schon zitiert, ist diese Grundordnung zerbrochen. 

Meine Konsequenz

Für mich kommt es nur noch darauf an, mit Gott zu leben. Dazu gehört z. B. Dankbarkeit. Und so reduzieren sich meine Gebete zuerst auf Danksagung, denn ich habe viele Gründe dafür. Dankbarkeit bringt mich dazu, gut über meinen Vater im Himmel zu denken und zu reden. Sie bringt mich dazu, über meine Vergangenheit nachzudenken um festzustellen, dass ich an Gottes Hand gegangen bin. Das gibt mir heute Frieden, Freude und Zuversicht. Und es nimmt mir die Angst:

“Was ich euch hinterlasse, ist mein Frieden. Ich gebe euch einen Frieden, wie die Welt ihn nicht kennt. Lasst euch nicht in Verwirrung bringen, habt keine Angst.” (Joh. 14:27)

Es ist mir ein Bedürfnis geworden, Jesu Worte zu beherzigen. Er machte auch deutlich, wie lebenswichtig die Verbundenheit mit ihm ist. In der Parabel vom Weinstock und seinen Zweigen macht er auf diese Notwendigkeit aufmerksam:

“Bleibt in mir und ich bleibe in euch! Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht bringen; sie muss am Weinstock bleiben. Auch ihr könnt keine Frucht bringen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.”   (Joh. 15:4)

Diese enge Verbindung mit dem Sohn Gottes, der auch mein persönlicher Hirte ist, gibt mir die Kraft zur Liebe, zum Hoffen, zum Glauben und den nötigen Mut. Es ist mir bewusst, dass ich wegen meiner Treue zu Gott mein kleines Leben verlieren kann. Was ich aber nicht durch Menschen verlieren werde, ist das ewige Leben:

“Habt keine Angst vor denen, die nur den Leib töten, dem Leben (der Seele) aber nichts anhaben  können.” (Mat. 10:28)

So habe ich zu dem, was in der Welt geschieht, nichts mehr zu sagen. Ich kann schweigen und ruhig sein. Ich kann  auf Gott warten.

Veröffentlicht von Tilo

Ein alter Mann, der lange Zeit ein Zeuge Jehovas war und dieser Kirche aus Gewissensgründen den Rücken kehrte. Heute stehe ich allen Kirchen misstrauisch gegenüber, denn glauben kann man nur allein. (amenuensor@aol.com)

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